Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Neuron Acoustic Trivion


1825 Tage Musik

Lautsprecher Stereo Neuron Acoustic Trivion im Test, Bild 1
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Zu den spannendsten Newcomern im Bereich Lautsprecher zählt ganz klar Neuron Acoustic. Was wir bisher aus Heilbronn gehört haben, hat uns restlos begeistert. Nun gibt es mit der Trivion die erste Standbox der Heilbronner und wir freuen uns, sie exklusiv zum Test begrüßen zu dürfen.

Anlässlich des 5. Geburtstags der Firma Neuron Acoustic steht mit der Trivion nicht nur die erste Standbox der Company bereit, sondern auch das erste limitierte Modell: Lediglich 20 nummerierte Paare werden gebaut, alle in mattem Charcoal Grey Finish. Alle zum fairen Paarpreis von 9.000 Euro. Bevor wir zu den Details kommen: Ich reite auf sowas sonst nicht groß rum, aber es erfüllt mich doch ein wenig mit Stolz, dass HiFi Test das einzige Print-Magazin ist, dass diesen Lautsprecher testen darf! Und damit haben wir dann tatsächlich alle Modelle der Heilbronner Manufaktur in den gierigen Fingern gehabt.

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Zur Erinnerung: Das sind die beiden Kompaktlautsprecher R/T und M (siehe HiFi Test 6/25) sowie der Center C (1/26). Die Kompakten gehen klanglich in zwei unterschiedliche Richtungen, und Robert Neumeyer, der Inhaber von Neuron Acoustic, wollte mit der Standbox Trivion eine Box liefern, die eher dem Klangbild der R/T entspricht. Das verspricht eine dezent sanfte, musikalisch und natürlich klingende Box, die langen Musikgenuss ermöglicht.

Optik und Treiber


Dazu setzt er einerseits auf bekannte Bauteile, die sich schon bewährt haben, geht aber in Sachen Bauform und Beschaltung neue Wege. Die Trivion ist Neumeyers erster 3,5-Wege-Lautsprecher. Um die schmale Front (25 cm) zu realisieren und den Preis nicht 5-stellig werden zu lassen, hat er auf die sechs Mitteltöner der M und C verzichtet und setzt stattdessen auf eine Ellipse, die an die Ellipse des Modells R/T angelehnt ist. Eine gute Entscheidung, denn die Maße dieses Lautsprechers sind wirklich gelungen. Die Trivion wirkt nicht allzu wuchtig, obwohl sie schon groß ist (115 cm Höhe). Auf eine 3,5-Wege-Box trifft man eher selten. Die Treiber teilen sich die Frequenzen wie folgt auf: Die zwei Tieftöner mit 18,2 mm Papiermembran spielen bis 200 Hz, aber nicht ganz parallel. Die 6,7cm Papier-Mitteltöner spielen bis 600 Hz bzw. 2300 Hz, auch nicht parallel. Und der Ring-Radiator macht den Rest (siehe Messkasten). Man kann die Treiber, wenn man möchte, unter einer schwarzen Stoffabdeckung verstecken. Und die ist wirklich beeindruckend! Hier haben wir es mit einem sehr hochwertigen, sehr stabilen Produkt zu tun, mit echtem Leder auf der Innenseite und strapazierfähigem Akustikstoff. Das sollte Schule machen. Nur etwas vorsichtig muss man hier sein: Die Magnete sind ziemlich stark, das sollte man beim Anbringen berücksichtigen.


Weichen + Gehäuse


Die Frequenzweichen werden auf zwei Platinen verteilt, eine für die Tieftöner, eine für die 2,5 Wege der Mittel-Hochton-Ellipse. Die Innenverkabelung ist sehr hochwertig, Neumeyer setzt auf Kabel in Flechttechnik, um sie vor klangschädlichen Einflüssen zu schützen. Auch beim Gehäuse wollte man sich nicht auf Standardware verlassen, zumal das zunächst ausgewählte HDFMaterial in Sachen Resonanzen nicht zu 100 Prozent überzeugen konnte. Darum sind Treiber und Technik nun in ein Gehäuse aus 20 Prozent dichterem HDF gekleidet. Die Faserplatten werden extra für Neuron Acoustic angefertigt. Darüber hinaus hat das Gehäuse eine nach hinten schmaler werdende Form, um stehende Wellen so weit wie möglich zu reduzieren, sowie drei Verstrebungen für zusätzliche Stabilität. Die Schallwand ist aus dem Vollen gefräst und 2,1 cm stark, die Bodenplatte 2,5 cm und die Seitenwände sind sogar satte 4 cm stark. Das sollte in Sachen Resonanzarmut nun wirklich reichen. Und für alle Fälle gibt es dann auch noch eine interne Bedämpfung mit Bitumenmatten. Der Sockel des Lautsprechers sieht so aus wie der der Majestic M. Diese nutzt den Spalt für die Entlüftung des Bassreflexrohrs. Das ist bei der Trivion jedoch anders. Hier sitzen die beiden Bassreflex-Ports auf der Rückseite. Eine wandnahe Aufstellung ist aber dennoch möglich. Das liegt auch daran, dass der Bass in der finalen Abstimmung etwas gezähmt wurde. Der Sockel der Trivion ist also aus einem anderen Grund so aufgebaut: Er sorgt für eine Entkopplung des Lautsprechers von Boden. Die Holzstreben/Abstandshalter aus 30 mm Rundholz sind nämlich oben und unten gummigelagert, ebenso die Metallfüße der Lautsprecher.


Lack und Abstimmung


Sprechen wir über Lack. Nach zwei Grundierungen werden vier Schichten eines sehr teuren Luxusauto-Hersteller-Lacks (180 Euro pro kg) aufgetragen, und anschließend eine Schicht samt-matter Klarlack. Alle diese Schichten müssen eine ganze Weile trocknen. Das trägt dazu bei, dass man nach Bestellung sechs bis acht Wochen auf seine Exemplare der Trivion warten muss. Sie kennen das, auf die HiFi Test warten Sie auch immer acht Wochen. Allerdings ist es bei diesem Magazin nicht so wahrscheinlich, dass es ausverkauft ist. Von der Trivion hingegen werden lediglich 20 Paare gebaut. Hier ist es durchaus ratsam, nicht allzu lange zu überlegen. Wie bereits angesprochen: Das Ziel der akustischen Entwicklung war, eine musikalische Box mit angenehmem und dennoch detailreichem Klangbild zu schaffen. Die ursprünglich immensen Basskräfte der vier Tieftöner wurden wie schon erwähnt in mehreren Schritten durch Eingriffe in die Frequenzweiche gezähmt. Aber keine Sorge: Basspower hat die Trivion natürlich trotzdem. Nur übertreibt sie halt nicht und verkneift sich in der fertigen Abstimmung die 25 Hz untere Grenzfrequenz, die sie vorher auspacken konnte. Wenn man ehrlich ist, braucht man die auch nicht. Kaum eine Aufnahme bietet solche tiefen Töne, und häufig fängt man sich nur akustische Probleme ein. Die hier im Verlag selbst entwickelnden und bauenden Kollegen empfehlen einen Tiefgang nicht unter 40 bis 35 Hz. Mittel- und Hochtöner werden auf einer 10 mm starken elliptischen Aluminiumplatte montiert, die von innen an der Schallwand befestigt wird. So sieht man anders als bei der R/T von außen keine Schrauben, die Monteure müssen aber ein wenig schwitzen, da sie die Montage durch die obere Bass-Öffnung vornehmen müssen. Die Aluminiumplatte ist Schwarz matt eloxiert und auch nur in dieser Ausführung zu haben. Das Testmuster hat noch eine lackierte Ellipse, handelt es sich doch um das erste fertige, aber eben nicht zum Verkauf gedachte „Vorführmodell“, bei dem optisch noch nicht alles serienreif ist (klanglich hingegen schon).

Hörtest


Lautsprecher Stereo Neuron Acoustic Trivion im Test, Bild 9
Frequenzgang: Mit der Jubiläums-Box Trivion präsentiert Neuron Acoustic erneut einen meisterlich entwickelten Lautsprecher, bei dem kein Aufwand gescheut wurde. Alle fünf Chassis werden unterschiedlich angefahren, sogar die beiden Mitteltöner genießen eine Individualbehandlung. Das Resultat ist ein exzellentes Rundstrahlverhalten ohne erkennbare Trennungen und auch unter starkem Winkel nah am Ideal. Die Reflexabstimmung um gut 30 Hz sorgt für eine tief reichende Wiedergabe mit vollem Pegel bis in den Tiefbass. Dazu sind die beiden Bässe für enorme Pegel gut, auch die ab ca 700 Hz mitspielende Mittelhochtoneinheit hält mit, und das dank der erstklassigen Chassis mit niedrigsten Verzerrungen.
Lautsprecher Stereo Neuron Acoustic Trivion im Test, Bild 10
Zerfallsspektrum: Das Wasserfalldiagramm zeigt bis auf Reste von Raumeinflüssen ein perfektes Ausschwingverhalten der gesamten Box.
Und ist die Trivion nun eine Majestic R/T mit mehr Basskraft? Nein. Sie ist aber auch keine Majestic M, die wie ein exzellenter Studiomonitor spielt. Ich würde sagen, die Trivion ist klanglich in der Mitte angeordnet. Sie hat nicht ganz die Auflösung und Direktheit der M und spielt nicht ganz so relaxed wie die R/T. Aber, und das hatte ich nicht erwartet, ich finde sie von den dreien am besten. Sie spielt hervorragend räumlich und plastisch, beinahe wie die Majestic M, liefert alle Details ans Ohr, und kann Pegel, Druck und Dynamik, dass keine Wünsche offenbleiben. Aber sie bleibt genau so, wie Neumeyer sie wollte: Musikalisch, angenehm, langzeittauglich. Ich könnte es kurz machen und schreiben, dass ich diesen Klang liebe. Aber ich will Sie etwas mehr teilhaben lassen an meinen Erfahrungen. Bei der Anlieferung führte Herr Neumeyer die Box unter anderem mit James Blakes „Limit To Your Love“ vor. Sollten Sie das Stück nicht kennen, lohnt es sich, das mal anzuhören. Mein Fall ist es nicht, aber es bietet nach etwa einer Minute Bässe, die Lautsprecher maßlos überfordern können, wenn man zu laut hört. Schnell und sehr, sehr tief. Neumeyer ließ das Stück in einer beängstigenden Lautstärke laufen, die Trivion steckte das einfach so weg. Das war sehr imposant. Es diente dem Zweck, die Belastbarkeit und die Kontrolle vorzuführen. Ich vermute, dass beides nur in ganz seltenen Fällen jemals ausgereizt wird. Ein paar Eigenheiten fallen schnell auf: Der Sweetspot ist erfreulich groß. Das erinnert sehr an die Majestic M. So richtig exakt auf den Punkt ist das Klangbild auch hier nur auf einem Platz, aber wie bei der großen Kompaktbox hat man etwas „Spielraum“. Und dann ist der Klang erstaunlich leichtfüßig-locker. Klar, die Box hat Nehmerqualitäten, das hat sie gezeigt. Sie wirkt immer so, als könne sie nichts aus der Ruhe bringen, strahlt große Souveränität aus. Das ist etwas schwer in Worte zu fassen. Ich habe schon immer gesagt: Eine gute, eine exzellente Anlage kann helfen, komplexe Musik besser aufzunehmen, besser zu „verstehen“. Und bei mir kommt da eigentlich nur Jazz infrage. Nun ist „Inception“ von McCoy Tyner nicht unbedingt sehr komplex, aber es hilft dennoch, wenn ein Lautsprecher rhythmisch und in Sachen Timing einfach auf den Punkt abliefert. Und Junge, Junge, das kann die Neuron Acoustic Trivion hervorragend! Der Mittel-Hochton ist bemerkenswert „schnell“, ohne überbetont zu sein, und der nie schwachbrüstige, aber klug domestizierte Bass ist schlicht bei jeder Musik genau richtig dosiert. Und wie sieht es mit härterer Musik aus? Metal ist bei einer eher linearen Abstimmung gerne problematisch. Also das Debut-Album von Korn in den Lyngdorf CD-2 geschoben, und siehe da: Auch dieses Genre ist bei der Trivion in allerbesten Händen. Korn waren nie so ganz mein Fall, aber das Stück beeindruckt mit sehr tiefen Tönen, die andere Boxen in ihrer Gänze gar nicht wiedergeben können. Wichtiger ist jedoch, dass die Neuron auch hier zwei ihrer Stärken ausspielen kann, nämlich Sauberkeit und Durchhörbarkeit, für mich die wichtigsten Eigenschaften eines Lautsprechers. Sie geben Struktur und Ordnung, machen Musik nachvollziehbarer und emotionaler. Hinzu kommt, dass die Mittelhochton-Einheit mit ihrer Stimmwiedergabe punktet: Wenn Jonathan Davis in „Blind“ nach drei Minuten ganz nah am Mikro ist, kann man durchaus eine Gänsehaut bekommen. Und das bei Musik, die es nun wirklich nicht darauf anlegt. Hatte ich schon gesagt, dass es nur 20 Paare geben wird?

Fazit

Die Erfolgsserie reißt auch mit der ersten Neuron-Acoustic-Standbox nicht ab, im Gegenteil: Für mich ist die Trivion der beste Lautsprecher aus der Heilbronner Manufaktur. Sie spielt so gut, dass man sie als Sonderangebot bezeichnen muss.

Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Neuron Acoustic Trivion

Preis: um 9000 Eurostreng limitiert auf 20 Paare

Ganze Bewertung anzeigen


6/2026
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Neuron Acoustic Trivion

6/2026

Neuron Acoustic Trivion
KLANGTIPP
Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Standlautsprecher 
Preis (in Euro) 9.000 Euro 
Vertrieb: Neuron Acoustic, Heilbronn 
Telefon: 0173 2064848 
Internet neuronacoustic.de 
Ausstattung
Ausführung Charcoal Grey matt 
Abmessungen (B x H x T in mm) 250/1150/384 
Gewicht (in Kg) 37 kg 
Prinzip 3,5-Wege-Bassreflex 
Garantie 2 Jahre 
+ sehr genauer, energiegeladener und doch ruhiger Klang 
+ aufwendige Konstruktion mit Liebe zum Detail 
+- +streng limitiert auf 20 Paare 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
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Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
Kontakt E-Mail
Datum 15.06.2026, 15:41 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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